Biodiagnostische Blutanalyse:
Blutwerte verstehen, Zusammenhänge erkennen, Ursachen erforschen, Check up...
Breites Analysespektrum, medizinische Diagnostik erweitert um die Beurteilung nach ganzheitlichen Aspekten...
Blutabnahme - Termine:
Mittwoch, 23.09. - 18.00 Uhr
Montag, 05.10. - 8.00 Uhr und 18.00 Uhr; Montag, 12.10. - 8.00; Montag, 26.10. - 8.00 Uhr;
Montag, 10.11. - 8.00 Uhr; Montag, 16.11. - 8.00 Uhr; Dienstag, 17.11. - 8.00 Uhr; Montag, 30.11. - 8.00 Uhr
Und nach Vereinbarung
Anmeldung erforderlich
Weitere Info direkt in der Praxis
Siehe auch unter "Zeit für Mich"
Aktuelle Forschungsergebnisse:
Seltener Demenz nach Gabe von Ginkgo-Spezialextrakt
Bei Patienten mit leichten kognitiven Einschränkungen, die häufiger Ginkgo-Arzneimittel verordnet bekamen, ist das Risiko, an einer Demenz zu erkranken, geringer als bei Patienten, die den Wirkstoff nicht einnahmen. Diesen Zusammenhang zeigt eine retrospektive Kohortenstudie der Universität Leipzig und der Berliner Charité.
Außerdem belegt eine Studie die Wirksamkeit bei Brain-Fog als Post-Covid Symptom
Long COVID: Ansammlung des SARS-CoV-2-Spike-Proteins hat dauerhafte Auswirkungen auf das Gehirn |
|
Forschende haben einen Mechanismus identifiziert, der möglicherweise die neurologischen Symptome von Long COVID erklärt. Die Studie zeigt, dass das SARS-CoV-2-Spike-Protein in den Hirnhäuten und im Knochenmark des Schädels bis zu vier Jahre nach der Infektion verbleibt. Diese dauerhafte Präsenz des Spike-Proteins könnte bei den Betroffenen chronische Entzündungen auslösen und das Risiko für neurodegenerative Erkrankungen erhöhen. Studien mit Mykotherapie geben Hoffnung bzgl. der Therapie zahlreicher Symptome.
Neueste Erkenntnisse deuten außerdem darauf hin, dass Long Covid im Zusammenhang steht mit einer Histamin-Intoleranz. |
|
|
© Clara - AdobeStock.com - generiert mit KI
Bestimmte Obstsorten können die Herzgesundheit gezielt fördern
08.06.2026 - Neue Forschungsergebnisse legen nahe, dass nicht allein die Menge an Obst und Gemüse entscheidend für die Herzgesundheit ist, sondern vor allem die Auswahl der verzehrten Lebensmittel. Besonders Blaubeeren, Pflaumen, Brombeeren und Kirschen – idealerweise kombiniert mit grünem Tee – könnten einen wichtigen Beitrag zur Herz-Kreislauf-Gesundheit leisten.
Eine groß angelegte Studie unter Beteiligung von Forschenden der University of Reading, der Harvard Medical School, der University of California Davis sowie des Unternehmens Mars, Inc. zeigt, dass weniger als 20 Prozent der Menschen die empfohlene Menge an Flavanolen aufnehmen. Dies gilt selbst für viele Personen, die die Empfehlung von fünf Portionen Obst und Gemüse täglich erfüllen.
Für die Untersuchung analysierten die Wissenschaftler:innen die Ernährungsgewohnheiten von mehr als 30.000 Teilnehmer:innen aus Großbritannien und den USA anhand von Biomarker-Messungen.
Flavanole sind natürliche Pflanzenstoffe, die nachweislich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken können. Die Studienergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass die meisten Menschen deutlich weniger davon aufnehmen als für einen gesundheitlichen Nutzen erforderlich wäre.
Aktuelle Empfehlungen auf dem Prüfstand
Bereits frühere Untersuchungen hatten gezeigt, dass eine tägliche Aufnahme von etwa 500 Milligramm Flavanolen mit einem deutlich geringeren Risiko verbunden ist, an Herzkrankheiten zu sterben.
Zu den flavanolreichsten Lebensmitteln zählen:
Pflaumen (500 g): ca.
450 mg Flavanole
Cranberries (250 g): ca. 300 mg
Brombeeren (200 g): ca. 250 mg
Grüner Tee (250 ml): ca. 200 mg
Kirschen (400 g): ca. 130 mg
Äpfel mit Schale (200 g): ca. 110 mg
Erdbeeren (200 g): ca. 90 mg
Blaubeeren (150 g): ca. 80 mg
Originalpublikation Ottaviani JI et al .
(2026).
Food &
Function . DOI: 10.1039/D6FO00867D.
Quelle: Universität Reading
Magensäure im Gleichgewicht: Alternativen zur langfristigen PPI-Therapie
10.08.2026 - Magenbeschwerden werden häufig mit Medikamenten behandelt, die die Magensäureproduktion hemmen. Doch insbesondere bei einer langfristigen Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren (PPI) werden mögliche Nebenwirkungen diskutiert. Neben einer Anpassung der Lebensweise können auch naturheilkundliche und phytotherapeutische Ansätze zur Unterstützung von Magen und Schleimhaut eingesetzt werden.
Magensäure schafft ein Milieu, in dem Enzyme die in der Nahrung enthaltenen Eiweiße aufspalten und für den Körper verwertbar machen können. Viele der häufigsten Magenerkrankungen gehen mit einer erhöhten Säureproduktion einher, beispielsweise Gastritis oder Magengeschwüre. Allerdings kann auch ein Mangel an Magensäure ähnliche Beschwerden verursachen und ist keineswegs selten. Im Mittelpunkt der therapeutischen Ansätze steht daher die Regulierung der Säureproduktion.
Bei einer Überproduktion kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz. Dazu zählen Protonenpumpeninhibitoren (PPI), H2-Blocker wie Cimetidin, Famotidin und Ranitidin sowie Schleimhautprotektiva wie Sucralfat oder Prostaglandin E2. Sie reduzieren die Magensäureproduktion, lindern Sodbrennen und unterstützen die Heilung einer geschädigten Magenschleimhaut. Zu den am häufigsten verordneten Säureblockern zählen PPI wie Omeprazol, Pantoprazol, Esomeprazol, Lansoprazol und Rabeprazol. Sie hemmen die Säureausschüttung aus den Drüsenzellen des Magens.
Immer mehr Patient:innen erhalten eine PPI-Dauertherapie, obwohl die Medikamente dafür nicht vorgesehen sind. Diese Entwicklung ist bedenklich, da die Säureblocker bei längerer Einnahme auch Nebenwirkungen haben können. Studien legen nahe, dass eine langfristige PPI-Behandlung dosisabhängig zu einem Mangel an Mikronährstoffen wie Vitamin B12, Eisen, Kalzium und Magnesium sowie zu Störungen des Knochenstoffwechsels und häufiger zu osteoporotischen Frakturen führen kann. Darüber hinaus scheint das Risiko für Demenz und bakterielle Lungeninfektionen infolge einer Besiedelung des oberen Gastrointestinaltrakts anzusteigen.
Außerdem gibt es Hinweise auf Zusammenhänge zwischen einer PPI-Behandlung und interstitiellen Nephritiden, hepatischen Enzephalopathien sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Welche Alternativen gibt es?
Ein gewisser Magenschutz lässt sich auch ohne die genannten Wirkstoffe erreichen. Betroffene können ihre Lebens- und Ernährungsgewohnheiten so verändern, dass eine verstärkte Säureproduktion im Magen eingeschränkt wird. Dazu gehören:
Naturheilkundliche Möglichkeiten
Einige naturheilkundliche Maßnahmen können dazu beitragen, Magensäure zu reduzieren oder zu binden:
Pflanzliche Alternativen
Darüber hinaus haben sich pflanzliche Mittel bewährt, die die Schleimhaut schützen und die Säureproduktion regulieren. Dazu gehören Phytotherapeutika mit einem hohen Anteil an Bitterstoffen, beispielsweise Angelikawurzel, Artischocke, Benediktenkraut, Tausendgüldenkraut oder Wermutkraut.
Bitterstoffe regen reflektorisch über die Zunge die Sekretion von Speichel und Magensaft an und fördern zudem die Freisetzung von Gastrin und die Säureresektion. Dadurch wird der pH-Wert im Magen gesenkt und die proteolytische Aktivität der Verdauungsenzyme verbessert. Auch die Magenentleerung wird gefördert. Bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren sollte auf die Gabe von Bitterstoffen mit einem Bitterwert von über 10.000 verzichtet werden.
Die Bitterstoffe werden häufig mit spasmolytisch und sedativ wirkenden Extrakten wie Kamille, Baldrian, Pfefferminze, Kümmel oder Melisse kombiniert. Kamillenblüten oder Gänsefingerkraut können bei Entzündungen zusätzlich die Heilungsprozesse unterstützen. Ulkusprotektive Heilpflanzen wie Kamille, Süßholz, Schafgarbe, Eibisch und Malve haben sich ebenfalls bei Sodbrennen oder Entzündungen des Magens mit vermehrter Säureproduktion bewährt.
Liegen den Beschwerden auch seelische Belastungen zugrunde, können Baldrian, Hopfen, Eisenkraut, Lavendel und Melisse Anwendung finden.
© rcfotostock - AdobeStock.com
Cannabis-Wirkstoff THC kann traumabedingte Albträume ausschalten
10.08.2026 - Albträume gehören zu den quälendsten Symptomen einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Betroffene erleben das Geschehen nachts intensiv immer und immer wieder. Forschende der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben daher untersucht, ob ein verschreibungspflichtiges Medikament mit dem Cannabinoid THC, einem Wirkstoff der Hanfpflanze, helfen kann. Mit Erfolg: Über die Hälfte der Behandelten sprach an, mehr als ein Drittel hatte während der Studie gar keine Albträume mehr.
Drastische oder auch lebensbedrohliche Ereignisse können wie ein Echo nachwirken, man spricht dann von einer PTBS. Das Gehirn ist nicht in der Lage, die überwältigenden Erlebnisse zu verarbeiten. Es speichert die Erinnerungen so ab, dass sie sich nicht willentlich kontrollieren lassen. Immer wieder treten sie zutage. Auch nachts erleben Menschen mit PTBS das Trauma jedes Mal erneut, bis sie – meist in Panik – aufwachen. Zur Linderung werden unter anderem Antidepressiva oder blutdrucksenkende Medikamente eingesetzt, doch diese wirken nur bedingt und meist nicht gegen die Albträume. Ein Präparat speziell zur Behandlung traumabedingter Albträume ist in Deutschland bisher nicht zugelassen.
Die wiederkehrenden Albträume können zu erheblichem Schlafmangel und einer ausgeprägten Angst vor dem Zubettgehen führen. Da bisherige medikamentöse Behandlungen die traumabezogenen Albträume häufig nicht ausreichend lindern, untersuchten Forschende der Charité – Universitätsmedizin Berlin, ob ein verschreibungspflichtiges Medikament mit dem Cannabinoid Tetrahydrocannabinol, kurz THC, einem Wirkstoff der Hanfpflanze, eine wirksame Alternative darstellen könnte. Dieser auch für seine Rauschwirkung bekannte Wirkstoff greift unter anderem in das körpereigene Endocannabinoid-System ein, das an der Regulation von Schlaf, Stress und der Verarbeitung von emotionalen Erinnerungen beteiligt ist, erklärt Erstautor Prof. Stefan Röpke, von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Campus Benjamin Franklin der Charité: „Es gibt Hinweise darauf, dass THC im REM-Schlaf, den intensiven Traumphasen, in denen das Gehirn Erlebnisse verarbeitet und Emotionen reguliert, die Traumaktivität abschwächt und damit nächtliche Stressreaktionen mildert.“
Ein Cannabinoid gezielt gegen Albträume
In der Schmerzmedizin kommen cannabishaltige Medikamente bereits zum Einsatz, meist dann, wenn die Standardbehandlungen nicht ausreichen oder Patient:innen diese nicht vertragen. Möglich ist dies seit Inkrafttreten des sogenannten „Cannabis als Medizin“-Gesetzes im Jahr 2017. Seither können pflanzliche oder synthetisch hergestellte Cannabinoide für medizinische und medizinisch-wissenschaftliche Zwecke leichter genutzt werden. Für ihre aktuelle Untersuchung wählten die Forschenden ein direkt aus der Hanfpflanze gewonnenes THC in Form von Tropfen – das verschreibungspflichtige Medikament Dronabinol. Ziel war es herauszufinden, ob sich das Albtraumgeschehen bei PTBS auf diese Weise lindern lässt und ob eine Anwendung auch in diesem Rahmen sicher ist.
Mehr als 170 Patient:innen mit Posttraumatischer Belastungsstörung und häufigen, intensiven Albträumen nahmen an der Studie teil. Zehn Wochen lang erhielten sie jeden Abend vor dem Schlafengehen entweder das Präparat oder aber ein identisch aussehendes, ebenfalls nach Cannabis schmeckendes Scheinmedikament, ein Placebo. Weder die Behandelnden noch die Teilnehmenden wussten, wer welches Präparat erhielt – der Goldstandard der medizinischen Forschung also, eine sogenannte doppelblinde, placebokontrollierte Studie.
Die Ergebnisse sind eindeutig: Zum Ende des Studienzeitraums waren die Albträume in der Dronabinol-Gruppe deutlich stärker zurückgegangen als unter einer Placebo-Einnahme. „Mehr als ein Drittel der mit Dronabinol Behandelten berichteten, dass sie nach zehn Wochen gar keine Albträume mehr erlebt haben. Weitere 21 Prozent sprachen von einer mindestens halbierten Albtraumlast“, so Stefan Röpke. „Insgesamt nahmen rund fünf von sechs Patient:innen in der Dronabinol-Gruppe ihren Gesundheitszustand subjektiv als deutlich verbessert wahr.“
Abhängigkeit und schwere Nebenwirkungen blieben aus
Den Untersuchungen zufolge wirkte sich das Cannabinoid spezifisch auf die Albträume und den Schlaf aus, nicht aber auf alle PTBS-Symptome. Die Schwere der Traumafolgestörung und mögliche einhergehende Depressionen veränderten sich nicht eindeutig. Dennoch spürte die Mehrzahl der Teilnehmenden eine deutliche Entlastung, denn die quälenden nächtlichen Wiederholungen des Erlebten wurden durchbrochen und ein erholsamer Schlaf wieder möglich.
Schwere Nebenwirkungen verursachte die Einnahme des Medikaments nicht. Mittelgradige und leichtere Begleiterscheinungen wie Schwindel, Kopfschmerzen und Appetitsteigerung beobachteten die Forschenden dagegen häufiger. Entzugserscheinungen nach dem Ende des Untersuchungszeitraums und dem Absetzen der abendlichen Dosen konnte das Studienteam nicht feststellen. In weiteren Schritten wollen die Forschenden nun herausfinden, ob eine Einnahme des Cannabinoids auch langfristig wirksam und sicher ist oder ob sich auf Dauer ein Gewöhnungseffekt einstellt.
Originalpublikation
Roepke S, Schoofs N, Priebe K et al. Dronabinol for nightmares in post-traumatic stress disorder: a randomized controlled trial. Nat Med 2026 Aug 05. doi: 10.1038/s41591-026-04546-9