Biodiagnostische Blutanalyse:
Blutwerte verstehen, Zusammenhänge erkennen, Ursachen erforschen, Check up...
Breites Analysespektrum, medizinische Diagnostik erweitert um die Beurteilung nach ganzheitlichen Aspekten...
Blutabnahme - Termine Montag, 26.01. - 8.30 Uhr; Dienstag, 27.01. - 8.30 Uhr
Montag, 09.02. - 8.30 Uhr und 18.00 Uhr; Montag, 16.02. - 8.30 Uhr; Montag, 23.02. - 8.30 Uhr
Und nach Vereinbarung
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Aktuelle Forschungsergebnisse
Seltener Demenz nach Gabe von Ginkgo-Spezialextrakt
Bei Patienten mit leichten kognitiven Einschränkungen, die häufiger Ginkgo-Arzneimittel verordnet bekamen, ist das Risiko, an einer Demenz zu erkranken, geringer als bei Patienten, die den Wirkstoff nicht einnahmen. Diesen Zusammenhang zeigt eine retrospektive Kohortenstudie der Universität Leipzig und der Berliner Charité.
Außerdem belegt eine Studie die Wirksamkeit bei Brain-Fog als Post-Covid Symptom
Long COVID: Ansammlung des SARS-CoV-2-Spike-Proteins hat dauerhafte Auswirkungen auf das Gehirn |
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Forschende haben einen Mechanismus identifiziert, der möglicherweise die neurologischen Symptome von Long COVID erklärt. Die Studie zeigt, dass das SARS-CoV-2-Spike-Protein in den Hirnhäuten und im Knochenmark des Schädels bis zu vier Jahre nach der Infektion verbleibt. Diese dauerhafte Präsenz des Spike-Proteins könnte bei den Betroffenen chronische Entzündungen auslösen und das Risiko für neurodegenerative Erkrankungen erhöhen. Studien mit Mykotherapie geben Hoffnung bzgl. der Therapie zahlreicher Symptome.
Neueste Erkenntnisse deuten außserdem darauf hin, dass Long Covid im Zusammenhang steht mit einer Histamin-Intoleranz. |
Stoff aus dem Granatapfel kehrt möglicherweise Immunalterung um
05.01.2026 - Neue Forschung zeigt, dass Urolithin A, eine natürliche Substanz aus Granatäpfeln, das menschliche Immunsystem revitalisiert. Damit öffnen sich neue Wege für vielversprechende Interventionen in der Infektions-, Alters- und Krebstherapie.

Wissenschaftler*innen am Georg-Speyer-Haus und an der Universitätsmedizin Frankfurt haben nachgewiesen, dass eine natürliche Substanz aus Granatäpfeln wichtige Aspekte der Immunalterung umkehren kann. Sie konnten zeigen, dass Urolithin A das Immunsystem von Erwachsenen mittleren Alters auf sichere Weise verjüngt und damit den Weg für neue Anwendungen in der Infektions-, Alters- und Krebstherapie ebnet.
Mit zunehmendem Alter beginnt unser Immunsystem schwächer zu werden. Dieser als Immunalterung bezeichnete Prozess macht uns anfälliger für Infektionen, weniger empfänglich für Impfstoffe und erhöht das Risiko für Krankheiten wie Krebs. Ein wesentliches Merkmal dieses Rückgangs ist der Verlust „naiver” T-Zellen, anpassungsfähiger Immunzellen, die bereit sind, neue Bedrohungen zu bekämpfen. Die neue Studie liefert eine vielversprechende Strategie, um dem entgegenzuwirken. An der randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie nahmen 50 gesunde Erwachsene mittleren Alters teil, die vier Wochen lang täglich eine Dosis Urolithin A oder eben ein Placebo erhielten. Die Substanz löst „Mitophagie” aus, einen biologischen Prozess, der die Mitochondrien, die „Kraftwerke” der Zellen, recycelt und erneuert. Die Teilnehmenden, die Urolithin A erhielten, zeigten einen signifikanten (deutlichen) Anstieg ihrer naiven T-Zellen, wodurch ihr Pool an „jungen” Immunzellen effektiv aufgefüllt wurde. Die Behandlung stärkte auch andere wichtige Immunpopulationen, verbesserte ihre Fähigkeit, Bakterien zu beseitigen, und bereitete sie besser auf neue Herausforderungen vor.
Die Forschenden bauten auf ihren früheren Arbeiten auf, in denen sie zeigten, dass Urolithin A T-Zellen reprogrammieren und die Immunantwort gegen Darmkrebs in präklinischen Modellen verbessern kann.
Denk D, Singh A, Kasler HG et al. Effect of the mitophagy inducer urolithin A on age-related immune decline: a randomized, placebo-controlled trial. Nat Aging 2025; 5: 2309–2322.
Nachtkerze ist Heilpflanze des Jahres 2026
19.01.2026 - Der NHV Theophrastus hat die Gemeine Nachtkerze (Oenothera biennis) als die Heilpflanze des Jahres 2026 ausgezeichnet. Diese Pflanze soll damit besonders in Hinblick auf ihr Gesundheits- und Heilpotenzial stärkere Beachtung finden.

Am Tag wird sie oft nicht wahrgenommen: In ihrem ersten Jahr bildet sie nur eine eng am Boden anliegende Rosette aus länglich-eiförmigen Blättern von dunkelgrüner, teilweise rötlich angelaufener Farbe. Im zweiten Jahr fällt die krautige Pflanze auch kaum ins Auge. Wer allerdings der Nachtkerze einmal in den frühen Abendstunden beim Aufblühen zugesehen hat, ist fasziniert. Innerhalb von Sekunden bricht die Knospe auf und die vier hellgelben Kronblätter entfalten sich. Bis zum vollständigen Erblühen der einzelnen Blüte vergehen nur wenige Minuten. Dieses Naturschauspiel ist in Mitteleuropa einzigartig [1].
Ihre eigentliche Heimat sind die nordwestlichen Gebiete Nordamerikas [2]. Die ersten Bewohner dieser Gegenden nutzten sie auf vielfältige Weise als Nahrungs- aber auch Arzneimittel. Nachweislich im 17. Jahrhundert wird die Gemeine Nachtkerze in Deutschland kultiviert [3]. Schätzte man sie zu Anfang als Zierpflanze, erkannte man später ihren Nutzen als Nahrungsmittel. Die Blüten sind eine angenehm süße Dekoration von Desserts und Salaten. Die jungen Blätter schmecken gedünstet oder als Blattgemüse in Suppen [4], die Samen verfeinern Müslis, Salate und Brote [1]. In weiten Teilen wurde die Nachtkerze Schinkenwurz genannt, weil ihre Pfahlwurzel farblich an diesen erinnert und sie als kräftigende, nahrhafte Speise hochgelobt wurde.
In den 1980er Jahren entdeckten Wissenschaftler*innen der Universität Würzburg [5], dass das aus den Samen der Nachtkerze gewonnene Öl die für uns lebenswichtige und bei Pflanzen selten vorkommende γ-Linolensäure in beachtlicher Menge enthält. Gemeinsam mit der ebenfalls enthaltenen essenziellen Linolsäure bietet Nachtkerzenöl somit eine ungewöhnliche Komposition mehrfach ungesättigter Fettsäuren. Bekannt als Omega-Fettsäuren sind sie aufgrund ihres chemischen Aufbaus besonders reaktionsfreudig am Stoffwechsel beteiligt [6]. Ein achtsamer Einsatz ist angeraten: Bekannte Nebenwirkungen bei der Anwendung von Nachtkerzenöl sind gelegentliche Magenverstimmungen und selten allergische Reaktionen [7].
Die Funktion und Regeneration unserer Haut profitiert in besonderem Maß von der γ-Linolensäure, sodass eine Kombination aus innerlicher und äußerlicher Anwendung sinnvoll erscheint. Das Gehirn benötigt für eine gesunde Entwicklung ebenfalls die genannten Fettsäuren. Konzentrationsschwierigkeiten bei Kindern werden erfolgreich auch mit Nachtkerzenöl behandelt. Aufgrund hormonregulierender Eigenschaften beruhigt Nachtkerzenöl und eignet sich zur Begleitung der Menstruation und Wechseljahre sowie bei Schlafstörungen. Als erforderliche Voraussetzung für die Bildung körpereigener Gewebshormone unterstützt γ-Linolensäure schließlich auch bei der Heilung entzündlicher Prozesse [8].
Die Europäische Arzneimittelagentur anerkennt aufgrund langjähriger Erfahrungen, dass Nachtkerzenöl bei juckender, trockener Haut innerlich angewendet hilft. Wissenschaftler*innen kommen diesbezüglich zu widersprüchlichen Ergebnissen [9] und die meisten Anwendungen werden allein der Volksmedizin zugeschrieben, weil weiterführende Studien fehlen.
Mit der Wahl zur „Heilpflanze des Jahres“ stellt der NHV Theophrastus zum wiederholten Male eine Pflanze in den Fokus, welche im überlieferten Wissen zu den geschätzten, vielseitig einsetzbaren Vertretern ihrer Art gehört, aktuell aber eher als vergessen beziehungsweise umstritten gilt. „Die Nachtkerze gehört leider noch zu den unterschätzten Drogen.“, begründete daher der Juryvorsitzende, Heilpraktiker Konrad Jungnickel, das Wahlergebnis. Geben wir dieser vielseitigen und bezaubernden Pflanze die Chance: Gehen wir auf Entdeckungsreise zu ihren kulinarischen und pharmazeutischen Seiten.
Quelle: NHV Theophrastus, www.nhv-theophrastus.de